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Café Irrlicht Baudenkmal Waldhaus Römer

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Geschichte

In dem Auenwald der Wupper zwischen Opladen und Leichlingen befindet sich ein kleines denkmalgeschütztes Fachwerkhaus: das Café Irrlicht. Die offizielle Bezeichnung für dieses "Hexenhäuschen" lautet "Waldhaus Römer". Der Opladener Fabrikant Max Römer (1855 - 1925) und seine Frau Antonie Römer gaben 1915 dem Architekten Professor Peter Klotzbach, Leiter der Solinger Bauberatungsstelle, die Errichtung eines "Waldhauses" in Auftrag.
Die Familie Römer nutzte das Gebäude seit 1915 als Wochenend- bzw. Forsthaus. Im Jahre 1923 zog sich der Bauherr Max Römer altersbedingt aus seinem Färbereigeschäft zurück und zog mit seiner Familie nach Stuttgart, wo er siebzig-jährig am 14.06.1925 starb. Wenige Jahre später, während die Villa Frankenberg (Villa Römer) von 1933 bis 1939 Rathaus der Stadt Opladen war, ging das Waldhaus in öffentlichen Besitz über.

Waldhaus Römer in den 60er Jahren

Nutzungen

Im März 1943 wurde das Waldhaus Römer einem Schäfer aus Lützenkirchen als Aufenthaltsraum zur Verfügung gestellt. Eine Nutzung als Wohnhaus oder Stall wurde ausgeschlossen. Der Schäfer nahm bauliche Veränderungen am Gebäude vor: Er richtete sich eine Küche und ein Schlafzimmer ein und verbretterte die Veranda aus Gründen des Wetterschutzes. An der Westseite des Sommerhauses errichtete er einen Holzschuppen als Schaf- und Hühnerstall und nutzte die umgebenden Feuchtwiesen als Weideland. Gleichzeitig errichtete er eine Brücke über den Obergraben, um seine Schafherde ohne Behinderung des Verkehrs auf der Düsseldorfer Straße zur Weidefläche zu führen. Nach Streitigkeiten mit seinen Nachbarn verließ der Schäfer im August 1945 das Gebäude.


Luftbild von 1943

Vom Dezember 1944 bis Juli 1945 nutzte ein fliegergeschädigter Landwirt aus Linnich das Waldhaus als Unterkunft. Kurze Zeit später verließ die Familie das Gebäude um auf ihren Hof zurückzukehren. Bei dem Transport der vor Fliegerschäden geretteten Sachen half eine Opladener Familie mit. Dieser vermietete daraufhin die Stadt Opladen das Waldhaus als Wohngebäude. Das Waldhaus Römer erhielt die Bezeichnung ‚Sommerhaus'.
Seit November 1949 wurde das Waldhaus von einer fünfköpfigen Familie bewohnt. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude nur über die o.g. Brücke über den Obergraben erschlossen. Es befand sich seit seiner Erbauung auf einer Wupperinsel.

Im Dezember 1954 beschloß die Stadtverwaltung Opladen, daß Waldhaus Römer zu erhalten, da dieses sich sehr gut in die Gesamtgrünanlage als Fachwerkhaus einfügte. Der Abriß des Stallanbaus und kleinere Instandsetzungsarbeiten waren geplant, um den Erhalt des Gebäudes zu gewährleisten. Eine kleine Erfrischungsstätte sollte eingerichtet werden.
Im Juli 1957 schrieben die Mieter an die Stadtverwaltung, daß sie Ihr Pumpenwasser nicht mehr als Trink- und Brauchwasser benutzen können, nachdem der Wupperarm mit Müll zugeschüttet wurde. Gleichzeitig wurde ein neuer Hauptweg entlang der Wupper für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer angelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt besaß das Waldhaus weder Strom- noch Wasseranschluß. Die aufgetretenen Feuchtigkeitsschäden machten ein Bewohnen unmöglich, so daß eine neue Unterkunft für die Familie gesucht wurde.

Mit Schreiben vom 10.09.1957 bat der Verein für Vogelschutz Opladen den Stadtdirektor, ihm das Waldhaus zur Verfügung zu stellen. Der Verein für Vogelschutz Opladen wollte das Gebäude als Vereinshaus, Werkstatt und Ausstellungsraum für Vogelpräperate und Nisthilfen nutzen. Diesem Antrag des Vogelschutzvereins stimmte der Finanzausschuß zu, so daß im Juli 1958 der Mietvertrag geschlossen wurde. Die Nutzung durch den Verein für Vogelschutz Opladen erfolgte bis 2004, so daß sich in weiten Bevölkerungsteilen Leverkusens die Bezeichnung "Vogelschutzhaus" anstelle von "Waldhaus Römer" verbreitet hat.
Im April 1960 wurde das Waldhaus Römer in "Haus Berlepsch" umbenannt, nach dem Begründer des wissenschaftlichen Vogelschutzes. Nach abgeschlossener Sanierung einiger Feuchtigkeitsschäden und einer Neueindeckung des Daches wurde im Jahre 1966 eine Warmluftheizung im Werkstattraum eingebaut, die auch zur Beheizung des Altbaus herangezogen wurde, da dieser zwischenzeitlich selbst von auswärtigen Schülern als Unterrichtsraum genutzt wurde.

In den 1970er Jahren gab es kurze Zeit Überlegungen, das Waldhaus als Quarantänestation für Pockenverdachtsfälle zu nutzen. Diese wurden 1978 aufgrund der fast völligen Ausrottung der Pockenkrankheit vom Gesundheitsamt verworfen. Zudem bestand das Problem, das Gebäude mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln ausreichend zu beheizen.

Denkmal

Das Waldhaus Römer ist am 13.07.1999 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Leverkusen eingetragen worden.
Für die Eintragung dieses Fachwerkhauses als Denkmal liegen Baukünstlerische Gründe, insbesondere die Qualität und das herausragende Beispiel für die Fortführung der bergischen Fachwerktradition am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, ortsgeschichtliche Gründe, das Gebäude als wichtiger Bestandteil der industriegeschichtlichen Entwicklung Opladens, und sozialgeschichtliche Gründe, Teil einer komplexen Gebäude- und Fabrikationsanlage einer Opladener Industriellenfamilie, vor.

 

 

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Hannsi Weber
 
eMail: Cafe@Irrlicht-Opladen.de
 
Internet: www.cafe-irrlicht.de

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